Gutartige Tumoren

Mediane Halszyste / Ductus thyeroideus Zyste

Mediane Halszysten und -fisteln entstehen aus während der Embryonalentwicklung nicht rückgebildeten Teilen des Ductus thyreoglossus. Beim Abstieg der Schilddrüsenanlage vom (späteren) Zungengrund nach kaudal entsteht eine Verbindung zum Schlunddarm, der Ductus thyreoglossus. Verschließt sich dieser Gang nicht vollständig, so verbleibt eine mediane Halszyste (Bochdalek-Zyste). Bricht im Rahmen einer Infektion eine mediane Halszyste nach außen durch, besteht eine mediane Halsfistel. Mediane Halszysten bilden sich bevorzugt in der Gegend des Zungenbeins, da dies vermutlich ein Hindernis beim Abstieg darstellt. Dabei kann der Verbindungsgang vor oder hinter dem Zungenbein entlangführen oder durch das Zungenbein hindurch ziehen.

Bildnachweis: thieme.de

Fallbericht:

Es stellte sich ein 64-jähriger Patient mit einer deutlichen, weichen, nicht druckempfindlichen Schwellung am lateralen Hals rechts auf Höhe des  Schildknorpels in unserer Praxis vor. Die Schwellung bestand wenige Wochen, anamnestisch keine Beschwerden. Bei V.a. einen subkutanen Tumor (Lipom) erfolgte die Anfertigung eines CT.

Klar abgrenzbarer Tumor anterior rechts des Schildknorpels Trotz der nicht typischen Anamnese bestand weiterhin der Verdacht auf eine Halszyste. Operativ bestätigte sich der Verdacht bie massiver Pusentleerung. Das histopathologische Bild bestätigte den Verdacht der medinanen Halszyste.


A

B

C

A) HE 2,5-fache Vergrößerung
B) HE 10-fache Vergrößerung
C) TTF-1 Immunfärbung (thyroid transcription factor

Histologisches Bildmaterial (Institut für Pathologie Kaufbeuren; Prof. Dr. A. Gaumann)

Postoperativ keine Beschwerden. Eine CT Nachkontrolle ist nach sechs Monaten geplant.

Mit Freunden teilen
Wir nutzen Cookies. Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung.