Sie tragen dritte Zähne und würden auch gerne einmal wieder Nüsse knacken? Nur sind die Prothesen nicht so fest, dass Ihnen das gelingen würde. Haben Sie schon mal über Zahnimplantate nachgedacht? Hier erklären wir Ihnen ein paar Dinge dazu.

Zahnverlust und seine Folgen

Gehen Zähne verloren, egal ob durch Zerstörung (Karies) oder durch eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis), kommt es im sichtbaren Bereich nicht nur zum ästhetischen Problem. Mit jedem Zahnverlust nimmt auch die Möglichkeit ab seine Nahrung zu zerkleinern. Bei Einzelzahnlücken kann, sollte aber vielleicht nicht unbedingt, der verlorene Zahn mit einer festen Brücke zurückgewonnen werden. Bei größeren Lücken aber kann eine Versorgung nicht mehr über Brücken erfolgen. Dann muss eine herausnehmbare Prothese eingesetzt werden. Je größer diese Prothese ist, desto schlechter hält sie meist. Sind schließlich alle Zähne eines Kiefers verloren gegangen kann eine Prothese nur noch über Saug- oder Muskelkräfte gehalten werden. Viele Patienten verwenden zudem sogenannten Prothesenkleber. Gerade im Unterkiefer ist dies häufig ein Problem. Eine Nuss knacken geht dann nicht mehr. Wir wollen uns im Folgenden auf zahnlose Kiefer konzentrieren.

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Implantate zur Befestigung dritter Zähne

Mit jedem Zahnverlust geht immer auch ein Knochenverlust einher, auch wenn ein Zahn bei seiner Entfernung noch voll im Knochen gestanden hatte. Dieser Verlust ist durch ganz normale (physiologische) Vorgänge begründet. Je länger und je mehr Zähne fehlen, desto größer der Knochenverlust. Wenn Sie schon sehr lange keine Zähne mehr haben, stellen Sie fest, dass ihr Kieferknochen sich sehr weit zurückgezogen hat. Die Prothesen halten immer schlechter, Druckstellen oder Schmerzen an Austrittspunkten von Nerven nehmen zu, das Gesicht verändert sich, weil das Kinn nach vorne oben rotiert. Durch die veränderte Bisslage werden die Kaukräfte falsch in das Kiefergelenk geleitet, es kommt häufig zu Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, des Kiefergelenks, der Ohres oder der Mundschleimhaut.
Die Prothese muss regelmäßig, also wenigstens alle 2-3 Jahre, neu unterfüttert werden. Da die Kunststoffzähne über die Zeit abgeschliffen werden, sollte am besten auch immer wieder ein neuer Zahnkranz eingesetzt werden, um die normalen Gesichtsrelationen beizubehalten. Der Knochen wird trotzdem weiter schwinden, so dass die Bedingungen zur Fixierung einer Prothese immer schlechter werden. Die Nahrung wird immer weicher und kleiner. So gibt es leider nur eine einzige sinnvolle Antwort wie man Zahnlosigkeit begegnet: es sollten Zahnimplantate zur Abstützung eines vernünftigen Zahnersatzes, festsitzend oder herausnehmbar, eingesetzt werden. Nur dadurch kann Knochen in seiner Höhe gehalten werden. Nur dadurch können künstliche Zähne so fixiert werden, dass das Zerkleinern der Nahrung wieder gut möglich wird. Gut – die Nuss knacken, wie es dem Eichhörnchen gelingt, wird so auch nicht funktionieren, aber den Kern der Nüsse wieder beißen, das geht. Natürlich muss auf Zahnimplantate stark aufgepasst werden, daher ist es, wie bei „normalen“ Zähnen notwendig täglich gut zu reinigen.
Im Unterkiefer gibt es Konzepte wonach zwei Implantate ausreichend sind. Man kann aber sagen: besser als eine wackelnde Prothese sind zwei Implantate allemal, aber auf vier Beinen steht es sich noch besser. Im Oberkiefer denkt man gerne an sechs Implantate, da der Knochen dort etwas weicher als im Unterkiefer ist. Die meisten der heute üblichen Konzepte benötigen aber lediglich vier Zahnimplantate, sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer. Genaues kann man nach einer Untersuchung sagen. Der anschließende Zahnersatz kann zumeist nach Wunsch und Geldbeutel des Patienten angefertigt werden. Natürlich gibt es günstigere und teurere Lösungsmöglichkeiten. Dieses wird vor Behandlungsbeginn am besten mit allen Beteiligten (d.h. PatientIn, Zahnarzt / -ärztin, ChirurgIn und ZahntechnikerIn) besprochen.

Nachfolgend zwei Schemazeischnungen, wie eine Prothese im Unterkiefer mittels Zahnimplantaten wieder befestigt werden kann:

Das seit bereits mehreren Jahren bekannte Konzept (erfunden von Malo, Portugal zusamenn mit Nobel Biocare: All-On-4) stellt eine Methodik dar, bei der festsitzender Zahnersatz auf vier speziell dafür eingebrachten Implantaten eingesetzt wird. Der Hauptvorteil liegt in der festen und häufig auch sehr zügigen Versorgung des Kiefers. Der Hauptnachteil liegt in der später schwierigen Zahnpflege, da der Zahnersatz im Mund gereinigt werden muss. Kommt es später mal zu einem Implantatverlust, muss der komplette Zahnersatz neu angefertigt werden.

Nicht für jede Patientin oder jeden Patienten stellt dieses Konzept aber die beste Lösung dar. Manchmal ist es besser, der Zahnersatz kann zur Reinigung kurz aus dem Mund genommen und anschließend wieder eingesetzt werden. Im Falle eines Implantatverlustes, zum Beispiel durch eine Entzündung, muss der darauf verankerte Zahnersatz nicht neu angefertigt, sondern lediglich erweitert oder repariert werden. Viele Pateinten kommen damit sehr gut zurecht. Auch der herausnehmbare Zahnersatz muss selbstverständlich so eingebracht sein, dass er sich im täglichen Gebrauch wie ein fester Zahnersatz verhält.

Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns gerne an. Eine erste Untersuchung ist kostenfrei. Selbstverständlich arbeiten wir auch mit Ihrer Hauszahnärztin / Ihrem Hauszahnarzt bei Wunsch zusammen.

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19 Apr 2017

Erhaltungswürdig

Zahnerhaltungswürdigkeit Die beiden häufigsten Gründe für Zahnverlust sind Karies und Parodontose. Beide Erkrankungen beginnen im Kleinen, und können anfangs noch einfach behandelt werden. Daher ist die regelmäßige Kontrolle bei Ihrer Zahnärztin

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